Vor kurzem habe ich mich dazu entschieden, eine neue Software für das Recording, Arrangieren und Remastern zu kaufen. Aufgrund einiger Vorerfahrungen mit älteren Magix Music Maker – Versionen, entschied ich mich dazu, das neuste Produkt in Sachen Audiobearbeitung der Firma Magix zu bestellen.

Zur Auswahl standen folgende Versionen.

Magix Music Maker 15

Die Standardversion für ca. 55-60 Euro (Preisstand: 16.02.2009 www.magix.com)

Magix Music Maker 15 Premium

Die Premiumversion für ca. 90-100 Euro (Preisstand: 16.02.2009 www.magix.com) bietet im Vergleich zur Standardversion noch folgende Features:
Größeres Soundarchiv: über 3.500 neue Sound- und MIDI-Loops aus allen Stilrichtungen, erreichbar über die „Soundpools“-Schaltfläche am Media Pool.
• BeatBox 2 plus: Ein Drum-Synthesizer
• Am-Track SE: Einen analogen Vintage-Kompressor
• Timecode-Sync: für simultane Arbeit mehrerer PCs an einem Song
• MIDI Step Recording: Schritt-für-Schritt Midi-Aufnahmen, um Schwierigkeiten vorzubeugen
• ReWire: Einbindung anderer Musikprogramme in den Magix Music Maker.

Magix Music Maker 15 Premium XXL

Das Komplettpaket, welches sowohl die Premium Version, als auch ein Midi-Keyboard der Firma Midistart vereint:
Das Keyboard hat:
49 großen Tasten mit Anschlagdynamik
Pitch-Bend- und Modulationsrad
Oktav-Schalter (+/-)
die Anschlüsse: USB, MIDI-Out, Haltepedal, Netzteil
die Stromversorgung und den MIDI-Datenaustausch über USB
Zusätzlich wird ein USB-Kabel geliefert

Ich entschied mich für das Komplettpaket, welches ich bei einem Angebot eines Online-Versandhauses für 140 Euro bestellen konnte.

Der Ersteindruck

Extra für den Magix Music Maker 15 Premium formatierte ich meinen PC und zog ein völlig neues und sauberes PC-System auf (Systemdaten folgen noch, sobald ich ein Glossar-Hover-Plugin für WordPress gefunden habe). Nachdem wichtige Treiber, Sicherheitsupdates und grundlegende Programme installiert waren, legte ich die im Papier-Schieber (hier hätte ruhig ein Jewel-Case herhalten können) DVD ins Laufwerk und startete die Installation. In Rezensionen laß ich bereits über eine lange Installationszeit und in der Tat hat die Installation ein Weilchen gedauert. Jedoch wundert mich dies nicht, da sämtliche Effekte und Soundpools sich nun auf der Festplatte befinden und ich die DVD nicht zur Nutzung des Music Makers benötige. Da ich des Weiteren von mehreren Abstürzen des Programms gelesen hatte, entschied ich mich dazu die Version unmittelbar mit dem aktuellen Patch zu aktualisieren. Dies ist jedoch nur mit einer Registrierung als Mitglied bei Magix.com möglich. Mit Name, Adresse und E-Mail registriert besteht nun die Möglichkeit das Update ohne großen Installationsaufwand anzuwenden. Seit der Registrierung erhalte ich als Magix.com-Mitglied nun den Newsletter mit speziellen Sonderangeboten (z.B. den Magix Video Maker 50% billiger). Die besagten Abstürze konnte ich vor dem Patch selbst feststellen, beim Durchstöbern des Soundpools. Der Patch reduzierte die Häufigkeit der Abstürze, dennoch behob er sie nicht vollständig. Bevor man den Magix Music Maker zum ersten Mal nutzt, sollte man in den Einstellungen die Sound-Treiber überprüfen und nach Möglichkeit einen ASIO-Treiber nutzen.

Die Sounds des Magix Music Maker

Zwar bin ich kein Freund von vorgefertigten Loops, mit denen man dann Songs einfach zusammenpuzzelt, dennoch durchstöberte ich die angefertigten Sounds, welche  (auch für kommerzielle Zwecke) frei nutzbar sind.  Die Organisation der Sounds findet durch die Kategorie Genre und Instrument statt. Wählt man nun ein Soundfile kann man diesen vorhören. Anschließend wird er per Drag & Drop in den Arranger gezogen. Nach und nach kann man sich so einen Song basteln und auch Genre-Crossovers erstellen.

Anzumerken ist jedoch, dass gerade beim Durchforsten der Sounds und beim Bearbeiten dieser der Music Maker 15 häufig abgestürzt ist. Dies ist vor allem dann ärgerlich, wenn einzelne Arbeitsschritte ungespeichert verloren gehen. Aus diesem Grund ist häufiges speichern (strg+s) empfehlenswert. Sehr schön jedoch ist auch die automatische Sicherung, die der Music Maker von Zeit zu Zeit anlegt. Nach einem Programmabsturz wurde ich gefragt, ob ich die letzte Sicherung laden möchte und konnte so bequem die letzte Bearbeitung wiederherstellen.

Insgesamt beinhaltet der Magix Music Maker 15 Premium ca. 3500 Loops. Die hohe Zahl kommt jedoch vor allem dadurch zu Stande, dass von jedem Soundfile 8 Variationen verfügbar sind, die sich in Harmonie und Tonhöhe unterscheiden.

MIDI-Einsatz inklusive

Bislang war mir die MIDI-Welt noch fremd und ein Begriff für die kleinen reduzierten Lieder, wie man sie von alten Spielekonsolen kennt. Nun jedoch stürze ich mich in neue Erfahrungen unter anderem aufgrund des Midi-Keyboards in der XXL-Version und dem integrierten Midi-Editor. Der Einstieg viel zuerst schwer, doch das Handbuch, welches leider nicht als gedruckte Version im Lieferumfang enthalten war, sondern nur als *.pdf zum Selbstdruck, verschafft Abhilfe. Nachdem ich mit den grundlegenden Funktionen des Midi-Editors vertraut war, spielte ich Scotland the Brave ein und nutzte verschiedene integrierte VST-Instruments. Der Klang ist klasse, jedoch fehlten mir VST-Instrumente wie zum Beispiel die Orgel, der Dudelsack etc. In den Weiten des Internets findet man jedoch unzählige kostenlose wie auch kostenpflichtige VST-Instrumente Downloads. www.kvraudio.com ist hier für den Einstieg eine gute Anlaufstelle. Ein kurzer Klick, schnelle Integration in den MMM (auch hierfür ins Handbuch blicken!) und schon konnte ich die Melodie mit verschiedenen Instrumenten abspielen lassen. Selbst die kostenlosen VST-Instrumente hatten einen sehr guten und realistischen Sound.  Die aufgenommene MIDI hat ein festes Tempo, die Soundloops passen sich diesem Tempo automatisch an. Mittels Drag & Drop befand sich schnell ein Schlagzeug, eine E-Gitarre und ein Bass in der Begleitung. Diverse Abstürze des Programms zwangen mich jedoch manche Schritte häufiger zu wiederholen. Vor allem die forgefertigen Aufnahmen in die richtige Tonlage zu transponieren war recht schwierig und erfordern entweder musikalisches Wissen oder hartnäckiges Probieren. Ein Griff zum Instrument und eine schnelle Aufnahme hätten dies bestimmt vereinfacht (vom Schlagzeug abgesehen). Tada, fertig war die Rock-Version von Scotland-The-Brave.

Recording mit dem Magix Music Maker

Kopf –> Finger –> E-Gitarre / E-Bass –> PODxT –> Behringer Mischpult –> PC. Auf diesem Weg befand sich gestern ein Song, welchen ich mit dem Magix Music Maker aufnahm. Doch bevor es zur Aufnahme kam erstellte ich zuerst das Schlagzeug Riff. Da ich kein eigenes Schlagzeug besitze probierte ich mich an der im Lieferumfang enthaltenen BeatBox 2 plus. Mit diesem Drum-Computer lassen sich sehr leicht patterns und sequences erstellen, stets an das Tempo des Arrangers angepasst. Diverse Drum-Sets stehen dabei zur Verfügung und lassen sich auch editieren. Jedoch fand ich für mich persönlich nicht den Klang, den ich wollte und war ehrlich gesagt zu faul das Feintuning durchzuführen und entschied mich deshalb für eine andere Drum-Machine. (Zu empfehlen ist hier Beatcraft; diese Software ist leicht zu bedienen und hat einen sehr guten Klang, kostet jedoch aktuell 39,95$). Als die Schlagzeugspur des Songs in eine WAV-Datei verbannt war, zog ich die Datei in den Arranger und wurde prompt gefragt, ob eine Tempo-Ermittlung durchgeführt werden soll. Dies hat den Vorteil, dass sich entweder die Datei an das Arranger-Tempo, oder das Gesamt-Tempo an die Datei anpasst. Schnell war das richtige Tempo sehr präzise ermittelt. Als Benutzer unternimmt man hier noch Feinabstimmungen, wie Off-Beat und Markierung des ersten Schlags eines Taktes. So lässt sich der Arranger bequem in Takten bzw. Schlägen organisieren. Des Weiteren lässt sich so auch bequem und einfach der Start und Endmarker für die Aufnahmen setzen. Ein Klick auf den Record-Button und schon läuft die Echtzeit-Aufnahme. Ich höre die im Arranger bisher genutzten Soundfiles live, während ich meine Aufnahmen tätige. Die eingespielten Sounds werden vom Magix Music Maker gespeichert und direkt in eine freie Stelle des Mehrspur-Arrangers eingebettet. Durch den verwendeten ASIO-Treiber meiner Soundkarte (Creative X-Fi Music) bedarf es keiner weiteren Verschiebungen im Arranger aufgrund von Latency, da diese nahezu nicht existent ist. Bequem lassen sich die Sounds verschieben, schneiden und editieren. Der Magix Music Maker nutzt dabei die Eingabegeräte des PCs voll aus: Rechtsklick, Drag & Drop und auch Keyboardshortcuts ermöglichen eine schnelle Arbeit. Die Effekte, die genutzt werden können sind zahlreich. Jeder Einzelne könnte (und wird vielleicht auch) einen ganzen Artikel meines Blogs füllen und bedarf deshalb auch eine längere Einarbeitungszeit. Sind die Aufnahmen gemacht lassen sich die Spuren durch den Mixdown zusammenfassen, nachdem jedoch der Music Maker nocheinmal den Song automatisch remastered (normalisieren etc.). Als Export lassen sich viele Datei-Formate wählen, zu empfehlen ist jedoch stets die WAV-Datei, da diese ohne Verluste der Soundqualität arbeitet. Mp3 spart zwar Platz, komprimiert und reduziert jedoch den Song.

Ich betone nochmal, dass es sich hier um meinen Ersteindruck handelt. Weitere Funktionen werden in diesem Artikel noch nicht erwähnt und auch meine Wertung des Programms wird sich im Laufe der Zeit ändern. Allein das akribische Lesen des Handbuchs eröffnet mir nun ganz neue Nutzungsmöglichkeiten des Magix Music Maker. Dies erfordert jedoch Zeit, so dass in Kürze mehr zum Magix Music Maker folgt. Diese subjektiven Einschätzungen beziehen sich auf die ersten Stunden, die ich dieses Programm nutze. Meine Vorerfahrungen mit Magix beeinflussen diese Meinung selbstverständlich auch.

Kurz gesagt

Pro:

Easy-Mode und Professional-Mode größtenteils intuitiv zu bedienen
Probieren und studieren
Großer gut strukturierter Soundpool
viele VST-Instrumente
Drum-Editor einfach zu bedienen
integrierter Midi-Editor
vielfältige Effekte
Einfache Plug-In Integration
Auch Videobearbeitung ist möglich
Übersichtliche Oberfläche, individuelle Gestaltung möglich
Sehr gutes automatisches Mastering
automatische Takt und Harmonieerkennung (ist jedoch nicht immer ganz korrekt)
Sehr gute Tempo-Ermittlung

Contra:

Langes Gefrikel an den Audiotreibereinstellungen um Latency bei Aufnahmen zu vermeiden
häufige Abstürze
Zwangsregistrierung für Updates + Newsletter nach Registrierung (dafür sehr gute Angebote für weitere Magix-Produkte)
Soundpool könnte doch noch was größer sein (kostenpflichtige DVD liefert weitere Sounds)
wichtige VST-Instrumente fehlen (mir zumindest die Orgel)

Fazit

Der Magix Music Maker 15 Premium beinhaltet sehr viele Funktionen und ermöglicht Neulingen einen schnellen Einstieg und bietet Profis eine große Auswahl an Funktionen. Man kann beim Magix Music Maker 15 Premium somit wirklich von einer Komplettlösung der Musikerstellung reden. Größtes Problem sind jedoch bislang die häufigen Abstürze! Jede Tätigkeit, die nicht in 10 Sekunden rekonstruiert werden kann, sollte somit umgehend gespeichert werden. Das Lesen des Handbuchs ist Pflichtprogramm, denn sonst bleiben viele Möglichkeiten, die der magische Musikmacher bietet, verschlossen.
Nicht überzeugt? Dann am besten selbst testen: Magix-Testversionen

In Kürze folgt mehr zu den weiteren Funktionen des Magix Music Maker 15 Premium.